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Veröffentlicht am 19. Juli 2026 · 4 Min. Lesezeit

Warum wir Treuly bauen: die Geschichte zweier Gründer

Zwei AI-Engineers, beide früher hinter der Theke: Warum wir eine digitale Stempelkarte für kleine Betriebe bauen, gebootstrappt, aus Hamburg.

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Wir sind Bonyad Nouri und Dennis Achtziger, und wir bauen Treuly, die digitale Stempelkarte für kleine Betriebe. Das ist keine große Startup-Heldenreise, und wir wollen hier auch keine erzählen. Aber weil uns oft gefragt wird, warum ausgerechnet zwei AI-Engineers eine Stempelkarten-App machen, wollten wir das einmal in Ruhe aufschreiben.

Zwei, die die Theke von innen kennen

Bevor wir programmiert haben, haben wir beide in der Gastronomie und im Service gearbeitet. Nicht als Ferienjob-Anekdote, sondern lange genug, um Kundenbindung von der Theke aus zu erleben statt aus einer Präsentation. Wir wissen, wie sich ein Samstag anfühlt, an dem der Laden voll ist und trotzdem jemand fragt, ob es hier eine Stempelkarte gibt. Wir wissen, wie es ist, wenn ein Stammgast reinkommt und man den Kaffee schon anfängt zu machen, bevor er etwas gesagt hat. Und wir wissen, wie eine Papierkarte in der anderen Jacke stecken bleibt, gewaschen wird oder im Portemonnaie-Chaos verschwindet, samt aller gesammelten Stempel.

Diese Erfahrung ist der Grund, warum Treuly so aussieht, wie es aussieht. Wir haben nicht am Whiteboard überlegt, was ein Café brauchen könnte. Wir haben uns erinnert, was uns damals selbst genervt hätte.

Warum AI-Engineers eine Stempelkarte bauen

Beide haben wir Mathematik studiert und arbeiten heute als AI-Engineers. Von außen klingt das erst mal nach dem Gegenteil von „kleiner Laden um die Ecke”: große Systeme, viel Technik, wenig Theke. Aber genau darin lag für uns der Reiz.

Denn die meisten Werkzeuge für Kundenbindung sind für Ketten gebaut, mit Punkte-Stufen, VIP-Leveln und einer Komplexität, die ein Betrieb mit zwei Leuten an der Kasse nie mitnehmen will. Wir wollten das Umgekehrte: etwas, das die einfache alte Stempelkarte respektiert, weil jeder sie ohne Erklärung versteht, und ihr nur die Nachteile nimmt. Keine verlorenen Karten. Kein Extra-Gerät. Für die Gäste keine App, kein Konto, keine E-Mail. QR-Code an der Theke scannen, „Hinzufügen” tippen, und die Karte liegt im Apple Wallet oder Google Wallet.

Was wir aus unserer Projektarbeit mitbringen, steckt vor allem in den Dingen, die man nicht sieht: dass ein Scan auch ohne Netz nicht verloren geht, dass sich der Pass nach jedem Stempel von selbst aktualisiert, dass die Daten sparsam bleiben. Die Mathematik dahinter ist nicht der Punkt. Der Punkt ist, dass an der Theke nichts davon kompliziert sein darf.

Gebootstrappt, und froh darüber

Treuly ist komplett eigenfinanziert. Kein Investor, kein Wagniskapital, keine Wachstums-Vorgaben von außen. Das war eine bewusste Entscheidung, und wir stehen dazu.

Bootstrapping heißt, langsamer zu sein und manches selbst zu stemmen. Es heißt aber auch: volle Freiheit, das Produkt genau so zu bauen, wie wir es für richtig halten. Wir müssen keine Funktion einbauen, weil sie sich in einem Verkaufsgespräch gut anhört. Wir müssen keine Daten sammeln, um irgendeine Kennzahl zu füttern. Wenn wir sagen, dass Gäste bei der Stempelkarte anonym bleiben und wir keine Profile bauen und nichts verkaufen, dann ist das keine Marketing-Zeile, sondern einfach, wie wir arbeiten wollen. Aus eigener Kraft, mit Herz.

Auf das Ergebnis sind wir ehrlich stolz. Nicht auf große Zahlen, die stehen noch am Anfang, sondern darauf, dass das Ding an der Theke funktioniert und sich richtig anfühlt. Mehr darüber, wer wir sind und wie wir denken, steht auf unserer Über-uns-Seite.

Wo wir gerade stehen

Treuly ist frisch im App Store, und wir sind mitten in der Pilotphase mit ersten Betrieben hier in Hamburg. Das ist der ehrliche Stand: kein fertiges Produkt mit Millionen Nutzern, sondern eine App, die wir zusammen mit den ersten Läden schärfen, die sie tatsächlich an der Kasse einsetzen. Genau dieser direkte Draht zu echten Betrieben ist uns mehr wert als jede Roadmap, die wir uns allein am Schreibtisch ausdenken könnten.

Gebaut wird in Deutschland, die Server stehen in der EU. Das ist uns wichtig genug, um es nicht dem Zufall zu überlassen.

Wohin wir wollen

Heute ist Treuly die digitale Stempelkarte, und das soll sie erst mal richtig gut sein. Trotzdem haben wir eine Vorstellung davon, wohin die Reise gehen kann.

Perspektivisch möchten wir über die reine Stempelkarte hinausgehen: Treuekarten und Punktesysteme sind Modelle, über die wir nachdenken, weil manche Betriebe anders belohnen als „ein Besuch, ein Stempel”. Und wir führen erste Gespräche darüber, wie sich Treuly eines Tages an Kassensysteme anbinden lassen könnte. Das ist ausdrücklich Ausblick, kein Versprechen. Wir nennen bewusst keine Namen, keine Termine und keine Funktionen, die es noch nicht gibt. Wir sagen nur, wohin wir wollen, damit klar ist, dass hinter Treuly ein längerer Gedanke steht.

Wenn du das liest und Lust bekommst, an so etwas mitzubauen: Wir sind ein kleines Team und freuen uns über Leute, die kleine Betriebe ähnlich ernst nehmen wie wir. Was das heißt, steht auf unserer Karriere-Seite.

Häufige Fragen

Wer steckt hinter Treuly?

Zwei Gründer: Bonyad Nouri und Dennis Achtziger, beide AI-Engineers mit Mathematik-Hintergrund und beide früher selbst in der Gastronomie und im Service. Betrieben wird Treuly von der Printproof UG (haftungsbeschränkt) in Hamburg. Mehr dazu auf der Über-uns-Seite.

Warum bauen zwei AI-Engineers eine Stempelkarten-App?

Weil wir Kundenbindung aus eigener Erfahrung von der Theke kennen und gemerkt haben, dass die meisten Werkzeuge dafür für große Ketten gedacht sind, nicht für den Laden um die Ecke. Wir wollten die einfache Stempelkarte behalten und ihr nur die Nachteile nehmen: verlorene Karten, Extra-Geräte, komplizierte Abläufe.

Steckt ein Investor hinter Treuly?

Nein. Treuly ist komplett gebootstrappt, also eigenfinanziert. Das macht uns manchmal langsamer, gibt uns aber die Freiheit, das Produkt genau so zu bauen, wie wir es für richtig halten, und keine Daten zu sammeln oder zu verkaufen, nur weil es sich rechnen würde.

Kann ich Treuly schon nutzen?

Ja. Die Betriebs-App ist im App Store, und wir sind mitten in der Pilotphase mit ersten Betrieben in Hamburg. Wenn du zu den ersten Geschäften gehören willst, kannst du direkt loslegen: die erste Karte ist in etwa zehn Minuten eingerichtet.